Wie im letzten Blogbeitrag schon angekündigt, möchte ich euch heute berichten, wie das denn nun mit der Gewerbeanmeldung läuft. Gleich vorab möchte ich noch sagen, dass ich was dies angeht nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichte kann und es daher auch nicht zwingend dein Weg sein muss.
Da es wirklich schwer für mich war herauszufinden, welche Schritte ich unternehmen muss, um mein Gewerbe anzumelden, möchte ich mit diesem Beitrag lediglich einen kleinen Fahrplan geben.

 

Ich hatte mich also entschlossen ein Gewerbe in der Fotografie anzumelden. Mein erster Schritt war es, mich bei der Handwerkskammer mittels eines Formulars anzumelden, um einen Gewerbeschein zu bekommen. Dies ging sehr unkompliziert und unglaublich schnell, ich erhielt eine Mappe mit sehr vielen Infos zu Versicherung, Beitragszahlungen, der Anmeldegebühr und natürlich die Gewerbekarte.
Nun habe ich das Formular des Gewerbeamts ausgefüllt, auch da wollte man nun wieder viele Dinge wissen, von denen ich noch nie etwas gehört habe und ich mich erstmal viele Stunden damit auseinandersetzen musste. Nachdem ich den Bescheid des Gewerbeamtes erhielt, meldete sich wenig später natürlich auch das Finanzamt bei mir. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt kein ELSTER nutze, musste ich erst die Nutzung dieses Portals freischalten, um eine Steuerselbstauskunft abgeben zu können.  Halleluja, war ich froh, als ich diese durchgearbeitet hatte. Für mich war dieser Teil der Anmeldung der Nervenaufreibendste. Natürlich wollte ich alles richtig machen, keine Probleme bekommen – übertriebener Weise sieht man sich ja mit einem Bein schon im Gefängnis, weil man etwas falsch ausgefüllt hat. 😉  
Wer sich jetzt denkt „Ok, hört sich doch recht easy an“, dem kann ich prinzipiell auch recht geben. Jedoch ist das richtige Ausfüllen meiner Meinung nach echt eine Kunst für sich und nimmt auch viel Zeit in Anspruch.  

 

Soviel zum „Bürokratischen-Teil“ – es entstand in der Vorbereitung unter anderem diese Website, Formulare, Excel Tabellen, ein neues Logo, Visitenkarten und gestärkte Nerven. Man muss wirklich an viele Sachen denken und sich darauf einlassen können, auch mal Fehler zu riskieren. Es lohnt sich auch, das Bürgerliche Gesetzbuch zur Hand zu nehmen und sich ein „BWL-Grundwissen“ Buch anzulegen. Außerdem brauchst du einen Ordner, indem du alle wichtigen Formulare abheften kannst und somit auch den Überblick behältst. 
Ich beschäftigte mich auch intensiv damit, was für Pflichten ich denn nun als Kleinunternehmer habe, wie man Rechnungen richtig schreibt und machte mir darüber Gedanken, wie ich mit meinen Kunden kommunizieren möchte.

 

Das mag sich jetzt vielleicht übertrieben anhören, aber bei all diesen Überlegungen entstand auch eine Art „Leitbild“ für meine Arbeit. Ich hielt unter anderem fest, was ich erreichen will und an welchem Leitspruch ich mich orientiere.

 

 

Warum das ganze aufschreiben, wenn man es doch weiß?!

 

 

Aus dem Buch „Show your work“ von Austin Kleon, lernte ich meine Arbeit zu Dokumentieren. Der erste Schritt etwas zu erreichen ist es nämlich, etwas sichtbar zu machen – es also zum Beispiel aufzuschreiben. Dies hat den Vorteil, dass ich auch Monate später wieder etwas in mein Gedächtnis zurückholen kann und auch Fortschritte deutlicher sehe.

 

Wenn mich also jemand fragen würde, was mein persönliches ABC für die Anmeldung eines Gewerbes ist, wäre die Antwort definitiv:

 

 

A = Ausdauer                       

           B = bedeutet Fehler machen              

                     C = Chaos (vermeiden)