Es ist eine Welt in der es unmöglich scheint das Rad neu zu erfinden. Kreativwettstreite und Ideenjagten bestimmen die Fotografenszene.

Die Köpfe rauchen vor Anstrengung, um sich als besonders Kreativ zu beweisen und immer beeindruckendere Shootings anbieten zu können.

 

Schnell kommt es dabei dann zu Raubkopien, Ideenklau und verschleierter Nachäfferei. Ist ein neuer Fototrend geboren den alle nachproduzieren findet man dann oft in Beiträgen vermerke wie „Inspiriert @.....“ „gesehen bei ….“ und viele andere Floskeln.

 

Was bedeutet Inspiration? Fragt man den Duden steht da „schöpferischer Einfall, Gedanke; plötzliche Erkenntnis; erhellende Idee, die jemanden, besonders bei einer geistigen Tätigkeit, weiterführt; Erleuchtung, Eingebung“.

 

Damit sei nun schon einmal geklärt, dass die „Zündende Idee“ definitiv nicht erzwungen werden kann. Inspirationsquellen gibt es wie Sand am Meer. So ziemlich alles kann der zündende Funke für einen Einfall sein. Die besten Ideen kommen mir zum Beispiel, wenn ich Ruhe habe. Ich betrachte dann den Wald, beobachte die Nebelschwaden oder schaue meinem Hund beim dösen zu. Plötzlich ist er da, ein Gedanke schleicht sich ins Hirn, ich versuche ihn nicht zu verschrecken und gebe ihm Zeit. Fast wie ein ängstlicher Gast, der selbst bestimmt wann er bereit ist die Türschwelle zu übertreten. Manchmal verliere ich diesen inspirierenden Moment binnen von Sekunden wieder, der Gedanke verflüchtigt sich und die Idee kann gedanklich nicht ergriffen werden. Eingebungen fliegen wie kleine Wortfetzen durch meinen Kopf und anfangs ließ ich diese auch noch ziehen ohne mir Gedanken darüber zu machen. Mittlerweile halte ich auch diese Ideenschnipsel fest, notiere sie in meinem Handy oder auf einem Zettel. Genau so ist auch dieser Text entstanden. In meinem Handy befindet sich eine Notiz mit den Punkten:

 

·       Das Rad neu erfinden?

 

·       Zündende Idee

 

·       Inspiration

 

·       Pause

 

·       Alles nur geklaut?

 

·       Der Druck steigt

 

·       Kreativitätswettstreit

 

 

Auf meinem virtuellen Notizblock befinden sich noch mehr solcher Puzzleteile. Würde ich diese Gedanken einfach so verpuffen lassen, könnte ich sie am Ende nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Ich muss sie mir wortwörtlich nochmals vor Augen führen, um letztlich wie ein Sim in die Inspiriert-Stimmung zu rutschen.

 

Die selbst Inspiration ist dabei nur eine Quelle für neue Einfälle. Wie steht es um die Inspiration durch andere?  An dieser Stelle möchte ich schon vorweggreifen: Die Gedanken sind frei. Wer seine Werke veröffentlicht muss einfach damit rechnen, dass andere einer Idee nacheifern. Ist das dann alles nur geklaut? Schwierig! Wenn man durch jemandes Werk auf seine ganz eigene Idee gekommen ist, dann ist das wohl näher dran an dem was wir mit „Inspiriert durch xyz“ meinen. Macht man eins zu eins das gleiche – tja nun, dass finde ich schon eher Konfliktbehaftet. Ihr versteht was ich meine. Darf man jemandes Idee für sich nutzen und sagen „Das hat mich Inspiriert“? Trifft das dann eigentlich noch den Kern einer Inspiration?

 

Ich stehe da mit einer sehr geteilten Meinung da. Zum einen Verstehe ich, dass man sich wirklich durch die Werke anderer Inspirieren lassen kann. Das sich etwas gesehenes wie ein fehlendes Puzzleteil zu bereits bestehenden Gedanken hinzufügen kann und dies dann den Funken zu einer großen warmen Flamme werden lässt. Die andere Wahrheit ist, dass sich diejenigen, die ohne Fremdeinwirkung Werke erschaffen, sich dann so ziemlich in den Arsch getreten fühlen. Und sei es auch ein noch so großes Lob für den Künstler, für andere Inspirierend zu sein, man kommt doch irgendwann an den Punkt sich darüber zu ärgern.

 

 

 

Ich freue mich von euch zu erfahren, wie ihr zu dem Thema steht.

 


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